Datenmigration aus DBF und MDB: worauf es ankommt

Bei jeder Migration einer FoxPro- oder Access-Anwendung gibt es einen Teil, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, und es ist nicht der Code. Es sind die Daten. Der Programmcode lässt sich neu schreiben. Die Daten dagegen sind das eigentliche Vermögen – Kunden, Artikel, Bestände, Bewegungen, über Jahre gepflegt. Gehen sie verloren oder kommen sie verfälscht an, ist die ganze Migration wertlos.

DBF (FoxPro) und MDB beziehungsweise ACCDB (Access) haben dabei ihre ganz eigenen Tücken. Wer sie kennt, vermeidet die typischen Fallen.


Warum man Daten nicht einfach „rüberkopiert“

Ein verbreiteter Irrtum ist, Datenmigration sei ein simpler Export-Import. In der Praxis sind alte Datenbestände selten so sauber, wie sie aussehen. Über Jahre haben sich Eigenheiten, Inkonsistenzen und Formatprobleme angesammelt, die beim bloßen Umkopieren entweder mitwandern oder Fehler auslösen. Eine gute Datenmigration ist deshalb immer auch eine Bereinigung – sie übernimmt nicht das Chaos in neuer Hülle, sondern stellt einen sauberen Zustand her.


Die Tücken von DBF (FoxPro)

Memo-Felder in separaten Dateien. Längere Texte speichert FoxPro nicht in der DBF-Datei selbst, sondern in einer zugehörigen Memo-Datei. Wer nur die DBF nimmt, verliert diese Inhalte. Beide gehören zusammen übernommen.

Eigene Datentypen. FoxPro kennt Datentypen und Genauigkeiten, die nicht eins zu eins zu modernen Datenbanken passen. Datums-, Währungs- und Logikfelder müssen sorgfältig auf passende Zieltypen abgebildet werden, sonst entstehen subtile Fehler – ein falsch interpretiertes Datum fällt manchmal erst Monate später auf.

Zeichensätze. Alte DBF-Dateien nutzen oft Zeichenkodierungen aus der DOS-Zeit. Umlaute und Sonderzeichen können beim Import zu Datensalat werden, wenn die Kodierung nicht korrekt erkannt wird.

Die 2-Gigabyte-Grenze als Symptom. Wo Daten auf viele DBF-Dateien verteilt wurden, um die Größengrenze zu umgehen, muss diese künstliche Aufteilung beim Zusammenführen wieder aufgelöst werden.


Die Tücken von MDB/ACCDB (Access)

Über die Jahre gewachsene Unordnung. Access-Datenbanken sind berüchtigt für Dubletten, inkonsistente Formate und Felder, die mal so und mal anders befüllt wurden – etwa Datumsangaben als echtes Datum und gleichzeitig als Text. Diese Inkonsistenzen müssen erkannt und vereinheitlicht werden.

Fehlende echte Beziehungen. In vielen Access-Lösungen sind die Verbindungen zwischen Tabellen nicht sauber definiert, sondern leben nur in der Logik der Formulare und Makros. Beim Übergang auf ein relationales Modell müssen diese Beziehungen erst rekonstruiert werden.

Verstecktes Wissen in Abfragen. Access speichert gespeicherte Abfragen, die oft selbst Geschäftslogik enthalten. Auch sie gehören analysiert, nicht übersehen.


Wie eine saubere Datenmigration abläuft

Das Vorgehen ist bei beiden Quellformaten ähnlich:

  1. Analysieren. Struktur, Datentypen, Zeichensätze und Datenqualität werden erfasst – inklusive der versteckten Eigenheiten.
  2. Zielmodell entwerfen. Ein sauberes, relationales Datenmodell mit klaren Beziehungen, das für Mehrbenutzerbetrieb gemacht ist.
  3. Abbilden und bereinigen. Jedes Feld wird einem passenden Zieltyp zugeordnet, Inkonsistenzen werden vereinheitlicht, Dubletten behandelt, Kodierungen korrigiert.
  4. Prüfen. Stichproben und Abgleiche stellen sicher, dass die Daten im neuen System dasselbe aussagen wie im alten – das ist der Moment, der Vertrauen schafft.

Warum das die halbe Miete ist

Eine Migration, deren Daten am Ende stimmen, gewinnt das Vertrauen der Nutzer sofort. Eine, bei der die ersten Auswertungen falsche Zahlen zeigen, verliert es ebenso schnell – selbst wenn die neue Oberfläche glänzt. Deshalb behandeln wir die Datenmigration nicht als Nebensache, sondern als eigenen, sorgfältig geprüften Teil jeder FoxPro- und Access-Migration.


Der erste Schritt

Im Code-Assessment schauen wir uns auch den Zustand Ihrer Daten an und sagen Ihnen, mit welchem Aufwand für die Datenmigration zu rechnen ist.

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Häufige Fragen

Können wir sicher sein, dass keine Daten verloren gehen? Genau dafür ist der Prüfschritt da. Vor der Abschaltung des Altsystems wird abgeglichen, dass die Daten im neuen System vollständig und korrekt sind.

Unsere Daten sind ziemlich unsauber. Ist das ein Problem? Das ist der Normalfall. Datenbereinigung gehört fest zur Migration und ist eingeplant.

Wie lange dauert die Datenmigration? Das hängt von Menge und Zustand der Daten ab. Eine Einschätzung gibt das Assessment, sobald wir die Struktur kennen.


Dieser Beitrag ist ein technischer Überblick.

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