Delphi-Anwendungen haben einen guten Ruf, und das zu Recht. Sie sind oft robust gebaut, schnell und stabil – viele laufen seit zwanzig Jahren im Maschinenbau, in der Mess- und Steuerungstechnik, in industrienahen Fachanwendungen, ohne nennenswerte Probleme. Das ist gleichzeitig die Falle: Weil sie so zuverlässig laufen, fasst sie niemand an. Bis der Punkt kommt, an dem es niemand mehr kann.
Wir überführen Delphi-Anwendungen dorthin, wo sie wartbar bleiben: nach C#/.NET oder, wenn der Schritt ansteht, direkt ins Web.
Das Problem ist nicht die Technik, sondern das Wissen
Object Pascal, die Sprache hinter Delphi, ist sauber und durchdacht. Das eigentliche Risiko ist personell. Delphi-Entwickler sind selten und werden seltener. Die Codebasis ist oft über Jahrzehnte gewachsen, eng an die ursprünglichen Entwickler gebunden und nicht selten dünn dokumentiert. Geht das Wissen, wird aus der zuverlässigen Anwendung ein Block, an den sich niemand mehr herantraut.
Dazu kommen Lizenz- und Versionsfragen: Wer auf einer alten Delphi-Version festsitzt, zahlt für Komponenten und Werkzeuge, die teils selbst aus der Zeit gefallen sind.
Von Object Pascal nach C#
Object Pascal und C# sind beides strukturierte, objektorientierte Sprachen mit vielen verwandten Konzepten. Das macht die Migration nach C#/.NET berechenbar: Ein großer Teil der Logik lässt sich strukturiert übertragen, statt komplett neu erdacht zu werden. Die typische VCL-Oberfläche bekommt eine moderne Entsprechung, die Geschäftslogik wandert in klar getrennte Schichten.
Wo Delphi auf alte Komponenten oder veraltete Muster setzt, modernisieren wir gezielt. Die bewährte Logik – das, was die Anwendung wertvoll macht – bauen wir nicht ohne Grund um.
Die Datenfrage
Delphi-Anwendungen greifen über unterschiedliche Wege auf Daten zu – BDE, FireDAC, direkte Datenbankzugriffe. Im Maschinenbau kommen oft Schnittstellen zu Geräten, Steuerungen oder Messsystemen dazu. Diese Anbindungen sind ein zentraler Teil der Analyse, weil hier die Eigenheiten stecken, die man nicht übersehen darf. Wir kartieren sie vollständig, bevor wir migrieren.
Desktop behalten oder ins Web?
Wie bei VB6 hängt die Antwort am tatsächlichen Einsatz. Eine Anwendung, die direkt mit Maschinen oder lokaler Hardware spricht, bleibt sinnvollerweise ein Desktop-Programm in C#/.NET. Eine Fachanwendung, die ortsunabhängig und für mehrere Nutzer gebraucht wird, profitiert vom Schritt ins Web. Diese Entscheidung treffen wir nach dem Assessment.
Wie wir vorgehen
- Analyse. Wir kartieren Units, Forms, Datenzugriff und vor allem Geräte- und Systemschnittstellen.
- Architektur. Zielentscheidung Desktop oder Web, Datenmodell, Schichtentrennung.
- Umsetzung. Strukturierte Übertragung der Logik nach C#, gezielte Modernisierung.
- Datenmigration. Auf ein sauberes, modernes Datenmodell.
- Qualitätssicherung. Abnahme gegen das Verhalten der Delphi-Anwendung.
Vertiefung
- Delphi zu C# migrieren – wie die Object-Pascal-Logik überführt wird.
- Delphi ins Web bringen – wenn eine Web-Anwendung das Ziel ist.
Verwandte Technologien
Im industriellen Umfeld steht Delphi oft neben anderen Windows-Desktop-Technologien. Wenn bei Ihnen auch VB6 oder Access/VBA im Einsatz ist, betrachten wir die Landschaft gemeinsam – diese Systeme teilen sich häufig Daten und Zweck.
Häufige Fragen
Unsere Delphi-Anwendung steuert Maschinen. Geht das trotzdem? Gerätenahe Anbindungen sind ein Schwerpunkt der Analyse. Wir kartieren jede Schnittstelle, bevor wir migrieren, und wählen das Ziel – meist ein Desktop-Client – entsprechend.
Wie viel der bewährten Logik bleibt erhalten? Funktional bilden wir das Verhalten vollständig ab und prüfen es in der Abnahme. Was sauber ist, behält seine Struktur.
Müssen wir Desktop oder Web sofort entscheiden? Nein, das fällt nach dem Assessment auf Basis des realen Einsatzes.
